Zwischenwelten

Artist Axel Neumann - FüllergemäldeArtist Axel Neumann - FüllergemäldeArtist Axel Neumann - FüllergemäldeArtist Axel Neumann - FüllergemäldeArtist Axel Neumann - Füllergemälde
Vor 26 Jahren hat sich Axel Neumann drei Wochen in Dunkelheit, Stille und Isolation einschließen lassen. Es kam zu einer visuellen Erlebnisflut von Welten, die er nie zuvor gesehen hatte – und zu einem extrem gesteigerten Erinnerungsvermögen. Bis heute malt er ab, was er damals gesehen hat.

Schon die alten Griechen zogen sich von allen äußeren Reizen zurück, um inneren Bildern Raum zu geben. Der Archäologe David Lewis-Williams erkennt darin ein neurologisches Modell: Die Menschen in veränderten Bewusstseinszuständen fangen an geometrische Formen zu sehen, die je nach kulturellem Hintergrund als sinnhafte Symbole aufgefasst werden. Oft entstehen dynamische Strudel, die die Menschen anzusaugen scheinen. Die verschiedenen Sinnesreize verschmelzen.

Auch in den Augen der israelischen Altertumsforscherin Prof. Yulia Ustinova sind die mit dem Entzug äusserer Reize verbundenen Visionen und Empfindungen zeitlos. Sie sieht sie in der Kunst von Axel Neumann verkörpert.

Die Übertragung des Gesehenen auf Papier gelang dem Künstler nur mit einer speziellen Maltechnik mit dem Füllfederhalter. Diese stellen wir ihnen auf dieser Seite vor. Heutzutage mag ein solches Experiment extrem erscheinen. In der Antike war diese intensive Form der Selbstschau oder Meditation jedoch verbreitete Praxis. Die Menschen taten es, um Antworten auf wichtige Lebensfragen zu erhalten oder Heilung von Krankheiten. Genannt hat man das damals Höhleninkubation. Prof. Ustinova ist Autorin des Buches „Caves and the Ancient Greek Mind. Descending Underground in the Search for Ultimate Truth“ (Oxford, 2009), sie schreibt:

"In der modernen Forschung über veränderte Bewusstseinszustände, ist die Passage durch einen rotierenden dunklen Raum, die in einem strahlenden Licht im Zentrum des Visionsfeldes endet, als „Vortex-Erfahrung“ bekannt. Sie tritt oft im Zustand der sensorischen Deprivation auf. Der Ausschluss äußerer Reize zwingt den Geist dazu, sich auf sich selbst zu konzentrieren. Dabei werden intensive innere Bilder ausgelöst. Axel Neumann hat das enorme Potential dieser Erfahrung erkannt und enthüllt es in seinen Bildern."

Lesen Sie hier nach, was Prof. Ustinova über seine Kunst sagt.
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Mein Freund Axel ist ein unfassbar begnadeter Künstler. Mich fasziniert an seiner Kunst, dass sie das Ergebnis einer Grenzerfahrung ist. Wer sich drei Wochen in Dunkelheit und Stille einschließt, der wagt einen gefährlichen Ritt auf der Rasierklinge. Axel hat viel riskiert und alles gewonnen. Jetzt sind seine Bilder da und sie sind atemberaubend.

Menschlich beeindruckt mich seine enorme Leistungsfähigkeit. Täglich bis zu 18 Stunden am Stück zu malen und das über Jahre hinweg, ist mentale Ausdauer vom Feinsten. Für mich ist Axel ein Extremkünstler, der höchsten Respekt verdient.


Joey Kelly, Extremsportler und Unternehmer, Zeitschrift “Schreibkultur”, 4/2017

Malen mit dem Füllfederhalter

Die ersten Füllergemälde der Welt



Allgemein kennt man den Füller nur als Schreibgerät. Sicher gibt es einige Künstler, die mit dem Füller zeichnen. Aber damit zu malen, das ist neu. Der Künstler nennt seine Bilder aber nicht nur deswegen Füllergemälde, weil sie mit dem Füllfederhalter entstehen – sondern auch, weil ihre besondere Ästhetik nur mit diesem faszinierenden Werkzeug entstehen kann. Da es ihm nach der 3-wöchigen Dunkelheit mit keiner bekannten Maltechnik gelang, das Gesehene abzubilden, musste er eine eigene Technik entwickeln. Ohne Vorzeichnung reiht er zahllose Striche, keiner größer als 1-2 mm, nach einem eigenen System aneinander. So gelingt es ihm, die spezielle dreidimensionale Optik und Dynamik seiner surrealen Welten zu kreieren.

Es dauert Monate, teilweise Jahre, bis ein Großformat entsteht. Die Füllermalerei ist ein in meditativer Langsamkeit durchgeführtes Ritual bildnerischer Präzision. Es sind Bilder von dynamischen Welten und fantastischen Formen. Sie erinnern an mystische Gebilde aus der Natur.

Der Künstler arbeitet mit Acrylfarbe. Eigentlich ist diese Kombination technisch widersinnig, da die Pigmente den Füllfederhalter eigentlich verstopfen müssten. Wie es ihm trotzdem gelingt die Materialien zusammenzuführen, bleibt sein Geheimnis. Die Farben durchlaufen einen mehrstufigen Mischakt, bevor sie auf den Karton aufgebracht werden. Darum sprechen wir hier auch von Malerei und nicht Zeichnung.

In nachfolgendem Video erzählt der Künstler, wie er zu seiner Kunst gefunden hat. Der live Beitrag vom NDR entstand im Vorfeld einer Füllergemälde Präsentation, die seine Schauspielkollegin Cosma Shiva Hagen in ihrer Hamburger Galerie "Sichtbar" für ihn organisiert hat.




Dauer: ca. 16 Minuten
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Wer malt schon mit Füller und Tinte? Da mag es den einen oder andern Zeichner geben. Die Tinte dann aber durch Acrylfarbe zu ersetzen, ist ein Geniestreich, dessen Ergebnis wir eigentlich nur bestaunen können.
So beschrieb der Journalist H.P. Lichtwald 1996 die Pionierleistung der Füllermalerei.