Zwischenwelten

Visionäre Malerei
Artist Axel Neumann - FüllergemäldeArtist Axel Neumann - FüllergemäldeArtist Axel Neumann - FüllergemäldeArtist Axel Neumann - FüllergemäldeArtist Axel Neumann - Füllergemälde
Am häufigsten hören wir die Frage: „Wie wird das denn gemalt?“ Die Präzision der Kunstwerke verblüfft. Insbesondere je größer die Formate und je komplexer die Motive werden. Erst recht, wenn man weiß, dass sich die spezielle Maltechnik von Axel Neumann nicht korrigieren lässt. Um "in einem Wurf" so exakt zu arbeiten, muss der Künstler nicht nur sein Handwerk beherrschen, er muss auch schon vorher genau wissen, wie das Bild am Ende aussehen wird.

In der Tat sieht er die Motive vor seinem inneren Auge, bevor er zu malen anfängt. Im Grunde malt er sie „nur“ aus seinem Geist ab. Nur, woher kommen seine Motive? Die waren schon immer da, sagt er. Es brauchte nur ein besonderes Erlebnis, damit er sie wieder wahrnehmen konnte. Dieses fand vor rund 25 Jahren statt, als er sich für drei Wochen in vollständige Dunkelheit zurückgezogen hat. Da haben sich ihm seine Bilder gezeigt.

Heutzutage mag ein solches Experiment extrem erscheinen. In der Antike war diese intensive Form der Selbstschau oder Meditation jedoch verbreitete Praktik. Die Menschen taten es, um Antworten auf wichtige Lebensfragen zu erhalten oder Heilung von schweren Krankheiten. Genannt hat man das damals Höhleninkubation. Oder auch „Tempelschlaf“. In den Augen der israelischen Altertumswissenschaftlerin Yulia Ustinova von der Ben Gurion Universität des Negev, sind die mit dieser Erfahrung verbundenen Visionen und Empfindungen zeitlos. Sie sieht sie in Axel Neumanns Kunst verkörpert.

(Text: Patrizia Neumann)

"In der modernen Forschung über veränderte Bewusstseinszustände, ist die Passage durch einen rotierenden dunklen Raum, die in einem strahlenden Licht im Zentrum des Visionsfeldes endet, als „Vortex-Erfahrung“ bekannt. Sie tritt oft im Zustand der sensorischen Deprivation auf. Der Ausschluss äußerer Reize zwingt den Geist dazu, sich auf sich selbst zu konzentrieren. Dabei werden intensive innere Bilder ausgelöst. Axel Neumann hat das enorme Potential dieser Erfahrung erkannt und enthüllt es in seinen Bildern."

Lesen Sie hier nach, was Prof. Ustinova, Autorin von “Caves and the Ancient Greek Mind. Descending Underground in the Search for Ultimate Truth” über seine Kunst sagt.
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Mein Freund Axel ist ein unfassbar begnadeter Künstler. Mich fasziniert an seiner Kunst, dass sie das Ergebnis einer Grenzerfahrung ist. Wer sich drei Wochen in Dunkelheit und Stille einschließt, der wagt einen gefährlichen Ritt auf der Rasierklinge. Axel hat viel riskiert und alles gewonnen. Jetzt sind seine Bilder da und sie sind atemberaubend.

Menschlich beeindruckt mich seine enorme Leistungsfähigkeit. Täglich bis zu 18 Stunden am Stück zu malen und das über Jahre hinweg, ist mentale Ausdauer vom Feinsten. Für mich ist Axel ein Extremkünstler, der höchsten Respekt verdient.


Joey Kelly, Extremsportler und Unternehmer, Zeitschrift “Schreibkultur”, 4/2017

Malen mit dem Füllfederhalter

Die ersten Füllergemälde der Welt



Allgemein kennt man den Füller nur als Schreibgerät. Sicher gibt es einige Künstler, die mit dem Füller zeichnen. Aber damit zu malen, das ist eine absolute Weltneuheit. Der Künstler nennt seine Bilder aber nicht nur deswegen Füllergemälde, weil sie mit dem Füllfederhalter entstehen – sondern auch, weil ihre besondere Ästhetik nur mit diesem edlen Arbeitsgerät entstehen kann. Da es ihm nach der 3-wöchigen Dunkelheit mit keiner bekannten Maltechnik gelang, das Gesehene abzubilden, musste er eine eigene Maltechnik entwickeln. Ohne Vorzeichnung reiht er zahllose Striche, keiner größer als 1-2 mm, nach einem eigenen System aneinander. So entsteht auch die spezielle dreidimensionale Optik.

Es dauert Monate, teilweise Jahre, bis ein Großformat entsteht. Die Füllermalerei ist ein in meditativer Langsamkeit durchgeführtes Ritual bildnerischer Präzision. Es sind Bilder von dynamischen Welten und fantastischen Formen. Sie erinnern an mystische Gebilde aus der Natur.

Der Künstler arbeitet mit Acrylfarbe. Eigentlich ist diese Kombination technisch widersinnig, da die Pigmente den Füllfederhalter eigentlich verstopfen müssten. Wie es ihm trotzdem gelingt die Materialien zusammenzuführen, bleibt sein Geheimnis. Die Farben durchlaufen einen mehrstufigen Mischakt, bevor sie auf den Karton aufgebracht werden.

In nachfolgendem Video erzählt der Künstler, wie er zu seiner Kunst gefunden hat. Der live Beitrag vom NDR entstand im Vorfeld einer Füllergemälde Präsentation, die seine Schauspielkollegin Cosma Shiva Hagen in ihrer Hamburger Galerie "Sichtbar" für ihn organisiert hat.




Dauer: ca. 16 Minuten
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Wer malt schon mit Füller und Tinte? Da mag es den einen oder andern Zeichner geben. Die Tinte dann aber durch Acrylfarbe zu ersetzen, ist ein Geniestreich, dessen Ergebnis wir eigentlich nur bestaunen können.
So beschrieb der Journalist H.P. Lichtwald 1996 die Pionierleistung der Füllermalerei.