Kunst aus der Dunkelheit

Artist Axel Neumann - FüllergemäldeArtist Axel Neumann - FüllergemäldeArtist Axel Neumann - FüllergemäldeArtist Axel Neumann - FüllergemäldeArtist Axel Neumann - Füllergemälde
Woher kommen diese Motive? "Die waren schon immer da", sagt Axel Neumann. Es brauchte nur ein besonderes Erlebnis, damit er sich wieder an sie erinnern konnte. Das fand vor bald drei Jahrzehnten statt: Drei Wochen lang liess er sich in seiner komplett abgedunkelten Wohnung einschließen. Es kam es zu einer visuellen Erlebnisflut von Welten, die er nie zuvor gesehen hatte. Er war dem Rat seines Schauspiellehrers gefolgt und hat sich einer Grenzerfahrung ausgesetzt, um seinen inneren künstlerischen Reichtum zu erfassen. Es war Zufall, dass er die Dunkelheit gewählt hat.

Das eigentliche Erlebnis, als sich ihm seine Bilder gezeigt haben, beschreibt er als unspektakulär. Der Anfang soll etwas beängstigend gewesen sein, danach wurden die Visionen jedoch zu einem natürlichen Prozess. Heute sagt er: „In den drei Wochen habe ich gelernt, mir selber zuzuhören.“

Die Auswirkungen der Erfahrung waren enorm. Er richtete alles drauf aus, die mentalen Bilder auf Papier zu bringen. Er musste sich nicht nur ein neues künstlerisches Handwerk aneignen, auch die Entwicklung einer besonderen Maltechnik war notwendig, um das Gesehene überhaupt 1:1 abbilden zu können. Seit nunmehr über 26 Jahren malt er mit dem Patronenfüller und Acrylfarbe ab, was er damals gesehen hat. Und zwar mit einer faszinierenden Intensität, Ausdauer und Konsequenz. Er selber sagt: „Die Bilder drücken mich. Sie möchten zu Papier gebracht werden.“ Inzwischen hat er schon über Tausend Werke geschaffen und er sagt, dass er noch lange nicht fertig ist mit seiner Aufgabe.
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Mein Freund Axel ist ein unfassbar begnadeter Künstler. Mich fasziniert an seiner Kunst, dass sie das Ergebnis einer Grenzerfahrung ist. Wer sich drei Wochen in Dunkelheit und Stille einschließt, der wagt einen gefährlichen Ritt auf der Rasierklinge. Axel hat viel riskiert und alles gewonnen. Jetzt sind seine Bilder da und sie sind atemberaubend.

Menschlich beeindruckt mich seine enorme Leistungsfähigkeit. Täglich bis zu 18 Stunden am Stück zu malen und das über Jahre hinweg, ist mentale Ausdauer vom Feinsten. Für mich ist Axel ein Extremkünstler, der höchsten Respekt verdient.


Joey Kelly, Extremsportler und Unternehmer, Zeitschrift “Schreibkultur”, 4/2017
The experience also had two neurological consequences: It triggered a synaesthesia. Axel Neumann can not only see colours but also hear them. Moreover, he has developed an extraordinary memory capacity. Until today he has stored the enormous number of motifs in his head. He can recall them at any time, which can take a few hours or even several weeks depending on the motif. This special ability, however, cannot be transferred to other tasks - to the artist's great regret.

Nowadays such an experiment may seem extreme. In ancient times, however, this intensive form of self-examination or meditation was common practice. People did it to get answers to important questions of life or to cure diseases. Scientists see it as a neurological model. People in altered states of consciousness begin to see geometric shapes, which are understood as meaningful symbols depending on their cultural background. Often dynamic whirlpools are created which seem to suck people in. The different sensory stimuli merge.

Also in the eyes of the Israeli antiquity researcher Prof. Yulia Ustinova, the visions and sensations associated with the withdrawal of external stimuli are universal. She sees them embodied in the art of Axel Neumann. Ms. Ustinova is the author of the book „Caves and the Ancient Greek Mind. Descending Underground in the Search for Ultimate Truth“ (Oxford, 2009), she writes:

"When I first saw the creations of Axel Neumann and learnt that the impetus for these works of art was his retreat into absolute darkness for three weeks, I was stunned. I am a Classical scholar studying ancient religion, and about a dozen years ago I realized that in their quest of the hidden truth and ecstatic illumination, ancient Greek sages, seers, and initiates into mystery rites practiced prolonged isolation in caves and other closed dark spaces. In antiquity, sensory deprivation attained in such places was used as a technique of imagery cultivation. In the modern research of alteration of consciousness, the sensation of passage through a rotating dark space terminating in bright light in the center of the field of vision is known as the vortex experience. It often occurs in the state of sensory deprivation, when elimination of external stimuli forces the mind to concentrate within itself and brings about intensive discharge of inner imagery. Axel Neumann discovered the tremendous potential of this experience and revealed it in his paintings."

Download here, what Prof. Ustinova writes about his art.

Malen mit dem Füllfederhalter




Allgemein kennt man den Füller nur als Schreibgerät. Sicher gibt es einige Künstler, die mit dem Füller zeichnen. Aber damit zu malen, das ist schon etwas Besonderes. Mit keiner ihm damals bekannten Maltechnik gelang es dem Künstler, die komplex ineinander verwobenen, unbewussten Strukturen seiner Visionen abzubilden. Erst mit dem Patronenfüller hatte er Erfolg. In sorgsamer Präzisionsarbeit, ohne Vorzeichnung und Korrekturmöglichkeit, reiht er zahllose Striche, keiner größer als 1-2 mm, nach einem eigenen System aneinander. Motiv und Machart sind in dieser Kunst untrennbar verbunden. 

Die Motive erinnern an harmonische Gebilde aus der Natur. Die surrealen Formen sind von frappierender Dynamik und schier greifbarer Räumlichkeit. Der Künstler hat die gesehenen Welten Mitten in der Bewegung portraitiert. Namen haben seine Bilder nur selten. Der Betrachter behält alle Freiheit. Füllermalerei ist gnostische Kunst.

Den Patronenfüller mit Acrylfarbe zu verwenden ist ungewöhnlich. Eigentlich müssten die Pigmente den Füller verstopfen. Dennoch gelingt Axel Neumann ein regelmäßiger Farbfluß, was von brillantem handwerklichen Können zeugt. Und zum Abschluss noch eine kleine fachliche Spitzfindigkeit: Die Farben durchlaufen einen mehrstufigen Mischakt, bevor sie auf den Karton aufgebracht werden. Darum sprechen wir hier auch von Malerei und nicht Zeichnung. 

Wer die Geschichte der Füllermalerei gerne vom Künstler persönlich erfahren möchte, der kann dies in diesem Video tun. Es zeigt eine live Aufzeichnung des NDRs. Er hat zwar schon ein paar Jährchen auf dem Buckel, der Inhalt ist aber faszinierend wie eh und je. Der Film entstand im Vorfeld zur Ausstellung in der Galerie Sichtbar in Hamburg, die seine Schauspielkollegin Cosma Shiva Hagen für ihn ausgerichtet hat.




Dauer: ca. 16 Minuten
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Wer malt schon mit Füller und Tinte? Da mag es den einen oder andern Zeichner geben. Die Tinte dann aber durch Acrylfarbe zu ersetzen, ist ein Geniestreich, dessen Ergebnis wir eigentlich nur bestaunen können.
So beschrieb der Journalist H.P. Lichtwald 1996 die Pionierleistung der Füllermalerei.
Axel, deine Arbeiten sind wunderschoen ... das ist Kunst die man nicht nur mit dem Auge sieht sondern mit dem Körper und in der Seele fühlt ... wenn ich hier sitze und deine Kunst auf mich wirken lasse hat diese geradezu meditative Wirkung auf mich ... I´m a fan - definitely !!!!!!! Keep up the great work.


Manoush, New York




Bin beeindruckt... geniale Bilder die in der Tat ganz viel auslösen! Deine Worte über Emotie und Philosophie treffen bei mir auch auf ganz viel Zustimmung mit leichtem Lächeln im Gesicht...


Annika




(...) Die Feinheit der Farbgedanken, das gigantische Ausmaß und die Arbeit des Meisters von über sieben Jahren lässt einem im Versuch stehen, dem Großen eine menschliche Dimension zu geben. (...) Der Betrachter empfindet in der Gestaltung Übersinnliches. Einmal die große Palette der feinen Andeutungen der Farben. Keine Gestalten, nichts Bekanntes, doch eine Kompostition in der Übersinnlichkeit. Der Betrachter erfährt, dass alles mit Füller gestaltet wurde, er sucht Striche, findet aber keine. Mit Ergriffenheit und der Überzeugung, etwas Ähnliches noch nie gesehen zu haben, bleiben wir in Hochachtung und Erinnerung an an die Arbeit Axel Neumanns.


Leserbrief "Südkurier", Heinz Hangarter




Dear Axel,
Just to say more "officially" how much I think of your art and of the motivations behind it. We need more than ever visionary artists like you. We must also dare to reclaim the beauty and power of monumental art from those who stole it from us (and so corrupted it!) in the 20th century. Wishing you all the very best!


Veronique




"... wirklich tolle Bilder die du da zeichnest, wusste ich gar nicht, kannte dich bisher nur aus den Filmen. Die Bilder haben aber etwas, sie wirken irgendwie wie ein Teil einer Geschichte. Auf jeden Fall besser als David Duchovny der sich einfach in'n Eimer Farbe setzt und seinen Hintern auf's Papier bringt. Gruß Dévin"


Devin