Den lieb' ich, der Unmögliches begehrt!

Was ist Füllermalerei?
Artist Axel Neumann - FüllergemäldeArtist Axel Neumann - FüllergemäldeArtist Axel Neumann - FüllergemäldeArtist Axel Neumann - FüllergemäldeArtist Axel Neumann - FüllergemäldeArtist Axel Neumann - FüllergemäldeArtist Axel Neumann - FüllergemäldeArtist Axel Neumann - FüllergemäldeArtist Axel Neumann - Füllergemälde
Die Füllermalerei ist eine Hommage an die Ästhetik und die grandiose Wucht der Farben. Und sie ist das, was man in der Literatur so schön eine "Pionierleistung“ nennt. Die Motive entstammen einer emotionalen Extremsituation - dazu später mehr, unten im Video mit Cosma Shiva Hagen.

Er malt mit Patronenfüller und Acrylfarbe. Nicht nur das verwendete Werkzeug ist ungewöhnlich, auch die Art und Weise wie er die Farbe auf den Karton aufträgt ist neu. Ohne Vorzeichnung reiht er zahllose feine Striche, keiner größer als 1-2 mm, nach einem eigenen System aneinander. Es dauert Monate, teilweise Jahre, bis ein Großformat fertig ist. Seine spezielle Füllertechnik lässt sich nicht korrigieren. Er muss schon vor dem ersten Strich wissen, wie das Gemälde am Ende aussehen wird.

Axel ist mit sehr großer Wahrscheinlichkeit der Einzige, der mit Füller und Acrylfarbe malt. Die Kombination ist technisch widersinnig. Eigentlich müssten die Pigmente den Tintenleiter verstopfen. Wie er diese Hürde gemeistert hat, behält er für sich.

Die Ästhetik der Füllermalerei ist einzigartig. Die spezielle Füllertechnik erzeugt eine filigrane Oberflächentextur mit dreidimensionaler Wirkung. Die farbenprächtigen und bis ins Detail sorgsam gearbeiteten, sinnlich-phantastischen Motive lassen dem Betrachter alle Freiheit. Füllermalerei ist nicht dogmatisch.

Wer malt schon mit Füller und Tinte? Da mag es den einen oder andern Zeichner geben. Die Tinte dann aber durch Acrylfarbe zu ersetzen, ist ein Geniestreich, dessen Ergebnis wir eigentlich nur bestaunen können.
So beschrieb der Journalist H.P. Lichtwald 1996 die Pionierleistung der Füllermalerei.



Und woher kommen die Motive? „Die waren schon immer da“, sagt der Künstler. Allerdings war ein besonderes Erlebnis notwendig, um sich wieder an sie zu erinnern.

Alles begann vor 25 Jahren. Als der noch junge Theaterschauspieler Neumann sich 3 Wochen in seiner abgedunkelten Wohnung einschliessen lassen. Der Rückzug in die Dunkelheit, Isolation und Stille hat  Bilder in seinem Inneren sichtbar gemacht. Und zwar in ungeheurer Menge und Vielfalt. Bilder, die er noch nie zuvor gesehen hatte. Mit keiner ihm bekannten Maltechnik konnte er die plastischen Flügelstrukturen und feinen Farbübergängen seiner Visionen abbilden. Er musste eine eigene Maltechnik entwickeln: Die Füllermalerei.

Der Künstler sagt: „Damals habe ich gelernt, mir selber zuzuhören.“

In Reflektion seiner künstlerischen Berufung hat sich Neumann intensiv mit Höhleninkubationen in der Antike auseinandergesetzt. Der historisch-wissenschaftliche Hintergrund der sensorischen Deprivation (Reizentzug) ist Teil seiner Auftritte und Präsentationen. In der Antike war diese intensive Form der Selbstschau oder Meditation übrigens regelmäßige Praktik. Die Menschen taten es, um Antworten auf wichtige Lebensfragen zu erhalten oder Heilung von schweren Krankheiten. Genannt hat man das damals Inkubation. Oder auch „Tempelschlaf“. Damals hat man die Ideen, Visionen und Gefühle, die beim tiefen Eintauchen in unser Unterbewusstsein aufkommen können, als Gespräch mit den Göttern interpretiert.

In nachfolgendem Video erzählt der Künstler selber, wie er zu seiner neuen Kunst gefunden hat. Der live Beitrag vom NDR entstand im Vorfeld einer Füllergemälde Präsentation, die seine Schauspielkollegin Cosma Shiva Hagen in ihrer Hamburger Galerie "Sichtbar" für ihn organisiert hat.




Dauer: ca. 16 Minuten