Den lieb' ich, der Unmögliches begehrt!

Was ist Füllermalerei?
Artist Axel Neumann - FüllergemäldeArtist Axel Neumann - FüllergemäldeArtist Axel Neumann - FüllergemäldeArtist Axel Neumann - FüllergemäldeArtist Axel Neumann - FüllergemäldeArtist Axel Neumann - FüllergemäldeArtist Axel Neumann - FüllergemäldeArtist Axel Neumann - FüllergemäldeArtist Axel Neumann - Füllergemälde
Der Künstler wird oft gefragt, woher die besonderen Motive der Füllermalerei kommen. „Die waren schon immer da“, sagt er. Allerdings war ein besonderes Erlebnis notwendig, um sich wieder an sie zu erinnern.

Das fand vor 25 Jahren statt. Als noch junger Theaterschauspieler liess er sich 3 Wochen allein in seiner abgedunkelten Wohnung einschliessen. Der Rückzug in die Dunkelheit, Isolation und Stille hat  Bilder in ungeheurer Menge und Vielfalt in seinem Inneren sichtbar gemacht. Bilder, die er noch nie zuvor gesehen hatte. Er versuchte, sich so viele möglich einzuprägen.

„Bis heute mache ich nichts anderes, als sie aus meinem Gedächtnis abzumalen - und ich bin noch lange nicht fertig damit.“, sagt er heute.

Da es ihm mit keiner bekannten Maltechnik gelang, das Gesehenene abzubilden, musste er eine eigene Maltechnik entwickeln: Die Füllermalerei.

In Reflektion seiner künstlerischen Berufung hat er sich intensiv mit Höhleninkubationen in der Antike auseinandergesetzt. In der Antike war diese intensive Form der Selbstschau oder Meditation regelmäßige Praktik. Die Menschen taten es, um Antworten auf wichtige Lebensfragen zu erhalten oder Heilung von schweren Krankheiten. Genannt hat man das damals Inkubation. Oder auch „Tempelschlaf“.

Hier können Sie nachlesen, was Prof. Yulia Ustinova, Historikerin und Expertin für bewusstseinverändernde Rituale im Alterum, von der Universität des Negev über die Motive von Axel sagt.

Wer malt schon mit Füller und Tinte? Da mag es den einen oder andern Zeichner geben. Die Tinte dann aber durch Acrylfarbe zu ersetzen, ist ein Geniestreich, dessen Ergebnis wir eigentlich nur bestaunen können.
So beschrieb der Journalist H.P. Lichtwald 1996 die Pionierleistung der Füllermalerei.



Der Künstler hat das Motiv bereits fertig im Kopf, bevor er mit dem Malen anfängt. Füllergemälde entstehen mit Patronenfüller und Acrylfarbe. Nicht nur das verwendete Werkzeug ist ungewöhnlich, auch die Art und Weise wie er die Farbe auf den Karton aufträgt ist neu. Ohne Vorzeichnung reiht er zahllose feine Striche, keiner größer als 1-2 mm, nach einem eigenen System aneinander. Es dauert Monate, teilweise Jahre, bis ein Großformat fertig ist. Seine spezielle Füllertechnik lässt sich nicht korrigieren.

Axel ist mit großer Wahrscheinlichkeit der Einzige, der mit Füller und Acrylfarbe malt. Die Kombination ist technisch widersinnig. Eigentlich müssten die Pigmente den Tintenleiter verstopfen. Dennoch gelingt ihm ein großflächiger und regelmäßiger Farbauftrag.

Die Ästhetik der Füllermalerei ist einzigartig. Die spezielle Füllertechnik erzeugt eine filigrane Oberflächentextur mit dreidimensionaler Wirkung. Die farbenprächtigen und bis ins Detail sorgsam gearbeiteten, sinnlich-phantastischen Motive lassen dem Betrachter alle Freiheit.

In nachfolgendem Video erzählt der Künstler selber, wie er zu seiner neuen Kunst gefunden hat. Der live Beitrag vom NDR entstand im Vorfeld einer Füllergemälde Präsentation, die seine Schauspielkollegin Cosma Shiva Hagen in ihrer Hamburger Galerie "Sichtbar" für ihn organisiert hat.




Dauer: ca. 16 Minuten