Adieu altes Logo

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge verabschieden wir uns heute von unserem alten Logo. Der Künstler hat schon vor vielen Monaten das Rauchen aufgegeben, sodass sich unser doch sehr persönlicher Pegasus seit einiger Zeit nicht mehr richtig angefühlt hat. Ab sofort ist unser neues Logo online.
Patrizia, 10.01.2017

Was, bitte sehr, ist denn eine "Inkubation"?

Heute kennen die meisten diesen sperrigen Begriff nur noch aus der Medizin. Der Inkubator als Brutkasten für Frühgeborene. Hinter dem Wort verbirgt sich jedoch eine viel ältere Tradition, die in der Tat etwas mit „Ausbrüten“ zu tun. Mit einem mentalen Ausbrüten allerdings.

Der Pegasus in unserem Logo hat übrigens ebenfalls damit zu tun.
In der antiken Welt war die Inkubation eine weit verbreitete Ritualpraxis, die dem Ziel diente, Krankheiten zu heilen und/oder Orakelsprüche und göttliche Inspirationen zu erhalten. Manchmal auch Tempelschlaf genannt. Inkubationen fanden an heiligen Orten statt und meistens gingen ihnen aufwendige Vorbereitungen voraus: Opfergaben, Abstinenz, Reinigungen und symbolische Handlungen. Dann legten sich die Ratsuchenden reglos in eine unterirdische Kammer, Grotte oder Höhle. Wichtig war, dass die Menschen absolut nichts tun durften während der Inkubation. Man legt sich nieder als wäre man tot und irgendwann kam die Phase, da man aufhört sich gegen die Situation zu wehren – dann erst war man bereit für eine Vision.

Wenn die Inkubation in Zusammenhang mit einer Krankheit durchgeführt wurde, galt man als geheilt, wenn man in der Vision einem Gott Angesicht zu Angesicht gegenüber stand. Manchmal haben auch die Priester oder Ärzte anstelle der Patienten die Inkubation durchgeführt. Dabei empfingen sie Hinweise auf die passende Medizin. Sogar Hippokrates von Kos, der berühmteste Arzt der Antike und Begründer unserer modernen Medizin hat beim Zusammenstellen seiner Schriften auf die Ergebnisse medizinischer Inkubationen zurückgegriffen. Wenn man so will, liegen auch die Wurzeln unserer Medizin in dieser historischen, beinahe vergessenen Ritualpraxis.

Was passiert denn nun während einer Inkubation? Manche Autoren beschreiben sie als einen eigenartigen Zustand, der „weder Schlafen noch Wachen“ sei. Axel, der ihn selber in den 3 Wochen erlebt hat, als er sich in seiner abgedunkelten Wohnung eingeschlossen hatte, sagt, dass dieses Gefühl unmöglich mit Worten zu beschreiben ist. Es hält es für gefährlich, es überhaupt zu versuchen. Menschen greifen bei Hören von Worten immer auf das zurück, was sie bereits kennen. Im Fall der Inkubation würde das fast immer auf eine falsche Fährte führen.

Fakt ist: der Zustand ist mit nichts  zu vergleichen, was man aus dem normalen Leben kennt. Manche sprechen von „out of body experience“, was die Sache auch nicht verständlicher macht. Schon assoziiert man eine Nahtoderfahrung. Manchmal wurden auch Drogen dazu verwendet, sodass man auch von einem rauschartigen Zustand sprechen könnte.

Aber egal. Wichtig ist, was jeder einzelne in seiner persönlichen Inkubation erlebt. Es handelt sich um eine so massive emotionale Grenzsituation, dass sie das gesamte Leben danach verändern kann. Darum spricht man auch von einer Initiationserfahrung. Man wird ein eine andere Welt initiiert, die vielleicht schon lange da war, jedoch nicht erkannt wurde. Am Ende davon steht eine veränderte Wahrnehmung des eigenen mentalen Raumes.

Dass man in der Antike solche Erlebnisse als Begegnungen mit dem Numinosen, dem Göttlichen, gedeutet hat, erschließt sich aus der damaligen Kultur. Heute würde man aus dem Bereich der Neurowissenschaften argumentieren – ein Fachgebiet in dem es bekanntlich auch noch mehr Fragen als Antworten gibt. Das Mysterium Mensch eben – Bestie und genialer Homo Faber in einem.
Patrizia, 12.01.2016·comment
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A perfect match - Kunst trifft auf Wissenschaft

Israelische Professorin fühlt sich durch Axels Kunst in ihren Forschungen bestätigt
Feiertage - endlich Zeit für unser Lieblingsthema: Inkubationen.

Für Neu-Leser: Axels Füllermalerei wurzelt in dieser, aus der Antike bekannten Ritualpraxis. Hier erfahren Sie, was eine Inkubation überhaupt ist.  Noch während seiner Zeit am Theater hatte er sich 3 Wochen in seiner komplett abgedunkelten Wohnung einschließen lassen. Mehr darüber finden Sie auch in seinem Artist Statement.
 
Während wir uns durch zahllose Publikationen über die antike Geisteswelt wühlten, sind wir auf die Arbeiten der in Israel (Ben Gurion Universität der Universität des Negev) lehrenden Historikerin Yulia Ustinova gestoßen. Sie ist auf antike griechische Kulte spezialisiert und hat sich in mehreren Schriften mit dem Phänomen der Höhleninkubationen auseinandergesetzt. Sie nähert sich dem Thema interdisziplinär und integriert Erkenntnisse aus der Neurowissenschaft, Anthropologie und Linguistik – womit sie unser künstlerisches Interesse geweckt hatte. Wenn Experten sich über die eigenen Fachgrenzen hinauswagen, dann fängt es an spannend zu werden ....
Natürlich war die Lektüre nicht ganz ohne. Historiker setzen viel Vorwissen voraus. Das zwingt zur Disziplin. Immer wieder  müssen wir Fakten und Zusammenhänge nachlesen. Wer war da grad an der Macht? Wie war das nochmal mit den Persern und den Griechen? Am Ende hat man eine phantastische Reise zurückgelegt und verzaubert kehrt man wieder in die eigene Welt zurück.

Einige Fragen ließen sich allerdings nicht durch simple Internetrecherche klären und so haben wir Frau Ustinova direkt angeschrieben. Zu unserer großen Freude erreichte uns noch am selben Tag ihre Antwort:

Liebe Patrizia, (…) Vielen Dank für Ihre Nachricht. Sie bedeutet mir sehr viel. Aus zwei Gründen: Erstens ist es großartig zu erfahren, dass Ihr Ehemann, ein Mensch der weiß was sensorische Deprivation ist, sich für meine Studien interessiert. Und zweitens: Als ich seine Kunstwerke und Variationen des „Wirbel-Themas“ sah, habe ich gespürt, dass meine Forschungen in die richtige Richtung gehen. Es existiert tatsächilch irgendeine Art von Realität dahinter – es ist großartig, das zu wissen.

Axels Gemälde sind absolut fesselnd! Ich bin sehr dankbar dafür, dass Sie mir ermöglicht haben, sie zu sehen. (…).
Veröffentlichung mit Erlaubnis von Frau Ustinova

Es wird seinen Grund gehabt haben, dass unsere Vorfahren die rituelle Praxis der Inkubation mit so viel Respekt angewandt, gepflegt und über viele Jahrhunderte hinweg tradiert haben. Galt sie doch überall als Möglichkeit göttliche Inspiration und Weisheit zu erlagen. Sie war ein konkretes Mittel, um zur Wahrheit hinter den sichtbaren Dingen zu gelangen.

Der Begriff Vortex war uns bislang übrigens unbekannt. Vortex ist ein Strudel oder Wirbel, so kann man Axels Motive natürlich auch umschreiben. Hier finden Sie ein paar anschauliche Beispiele unsere "Strudel-Motive".

Wer sich selber in das Thema einarbeiten will, kann sich hier auf academia.edu kostenlos Yulia Ustinovas Arbeiten herunterladen. Das ist ein frei zugängliches „Wissenschaftler Netzwerk“, in dem Wissenschaftler aller Fachrichtungen ihre Arbeiten frei zur Verfügung stellen. Notwendig ist nicht mehr als eine kurze formlose Anmeldung per Email und der Zugang öffnet sich in ein - garantiert werbefreies – Eldorado des Wissens.
Patrizia, 11.01.2016·comment
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Die Begegnung mit einem Fotoportrait und seine Folgen

Vor einiger Zeit rief uns ein Herr an und berichtete, dass er an einer Ausstellung ein Portrait von Axel Neumann gesehen habe - aufgenommen vom Berliner Fotografen Günter Linke.

Das Foto sei ihm durch Mark und Bein gefahren, selten habe er so viel Tiefe aus einem Gesicht herauslesen können. Danach wollte er unbedingt mehr über diesen Menschen erfahren.
Im Internet entdeckte er dann die Füllermalerei und da er demnächst in Berlin zu tun habe, wollte er sich erkundigen, ob ein Atelierbesuch möglich sei. Es sei ihm jedoch ein Anliegen im Vorfeld schon offen und ehrlich darzulegen, dass es ihm nicht möglich sei, ein Original Kunstwerk zu erwerben (so gerne er dies auch täte) – ob dennoch ein Besuch möglich sei?

Aber gerne! Als ob die Kaufkraft eines Kunstfreundes ein Kriterium für uns wäre. Wir lieben den direkten Austausch mit Menschen. Schließlich sind sie es ja, für die wir all die Arbeit auf uns nehmen. Weil wir die Menschen etwas erleben lassen wollen, ihnen etwas in ihrem Inneren bewusst machen wollen, was vielleicht in der Hektik des Alltags ein wenig in Vergessenheit geraten sein könnte. Und so kam es wie jedes Mal, wenn wir Gäste empfangen: Der Besuch war am Ende für beide Seiten sehr fruchtbar. Ein paar Wochen später erreichte uns noch eine E-Mail des Herrn (wegen einer ganz anderen Angelegenheit), die uns glatt aus den Socken gehauen hat. Mit seiner Erlaubnis dürfen einen Teil daraus veröffentlichen.

Das ist „Fanpost“ vom Feinsten! Das motiviert und gibt Kraft. Herzlichen Dank, Herr P.


(...) Ich glaube, es ist an dieser Stelle nicht nötig, eine fünfseitige Lobhudelei zu verfassen. Doch sei mir gestattet, festzustellen, daß die Bilder Ihres Mannes atemberaubend sind; sie sind schön, erweitern das Herz; sie zwingen einen dazu, schlagartig seine Launen und Sorgen zu vergessen. Mir wird gerade bewußt, daß meine Grundüberzeugung, nämlich, daß alle menschlichen Versuche, etwas schöner zu machen als es die Natur schon hervorgebracht hat, nur scheitern können, sehr ins Wanken gerät. Sie erreichen etwas, was ich bis heute kaum für möglich gehalten hätte. (...)
Patrizia, 30.05.2015
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High Quality Scanning - Nomen est Omen

Die Digitalisierung eines großformatigen Kunstwerkes gehört zu den weniger tollen Aufgaben meines Atelieralltags. Allein der Transport kommt einer Staatsaktion gleich. Das empfindliche, gerollte Gemälde muss sicher verpackt werden, ich muss einen Transporter plus Fahrer organisieren und dann das Handling vor Ort …. eine reine Nervensache! Etwas zu hektisch entrollt und schon ist ein Knick im Bild. Aber in diesem aktuellen Fall war die wichtigste Frage überhaupt: Welcher Scanner ist überhaupt groß genug für unseren Giganten und in welcher Stadt steht er?

Normalerweise bin ich (neben Axel natürlich) die Einzige, die Originale anfassen darf. Und natürlich noch der Chef von HQS. Schon seit vielen Jahren vertrauen wir ihm, beziehungsweise seinem Berliner Unternehmen „High Quality Scanning“, die Archivierungsscans unserer Kunstwerke an. Darum habe ich auch als Erstes HQS um Rat gebeten, obwohl ich wusste, dass die Auflagefläche ihres Scanners gerade mal „winzige“ 1,50 x 1 Meter groß ist.

Mein Kopfkino trieb inzwischen schon die wildesten Blüten. Wahrscheinlich werde ich einen aufwendigen Kunsttransport durch halb Deutschland veranstalten müssen und vermutlich würde ich bei diesem fremden Dienstleister nicht einmal beim Scannen dabei sein dürfen. Wildfremde Menschen würden mit unserem Gemälde hantieren, womöglich hacken sie Dellen in die Kanten, wenn sie die Rolle wieder in die Hülse einfädeln wollen oder sie verschütten gleich ihren ganzen Frühstückskaffee darauf ....
Ich musste völlig fertig geklungen haben, als ich dem Chef von HQS meine Lage erklärte. Denn seine Antwort kam mit einer betont beruhigenden Stimme: „Machen sie sich keine Sorgen, Frau Neumann, das kriegen wir schon hin!“

Mir fielen Felsbrocken von der Seele, als er erzählte, dass sie eine spezielle Vorrichtung konstruiert hätten, mit der sie ihren Scanner beidseitig bis zu 2,5 Meter verlängern können. Die Kartonbahn würde absolut plan aufliegen können. Die Konstruktion würde sogar die Bewegungen des Tisches beim Scanvorgang begleiten. Berührungsfrei und ruhig würde das Scanauge über unser Motiv wandern und Quadratzentimeter um Quadratzentimeter erfassen und in den Rechner übertragen. „Und wissen Sie was, wenn Sie zufälligerweise diesen Samstagvormittag Zeit hätten, dann könnte ich es auch einrichten, Ihnen beim Transport zu helfen. Dann habe ich Zeit auf dem Weg zum Geschäft bei Ihnen vorbeifahren und wir können die Rolle in meinen SUV packen.“

Ich war sprachlos. Das ist nicht einfach nur Service, das ist Mitdenken und Unterstützen vom Allerfeinsten!

Unsere Samstagsaktion wurde ein voller Erfolg. Einladen, ausladen, Gemälde platzieren und 7 x auf richtige Position schieben - alles lief wie am Schnürchen! Gescannt wurde das Gemälde in 7 Einzelteilen, die ich im dann am Rechner miteinander verschmelzen kann. Da der Cruse Scanner nahezu verzerrungsfrei aufnimmt und meine Ausgangsdateien top sein werden, wird dieser Zusammenbau ein Kinderspiel sein: „High Quality Scanning“ eben.

Danach wurden das Großformat und ich wohlbehalten wieder im Atelier abgeliefert. In der Hand hielt ich eine mobile Festplatte mit unserem neuen digitalen Schatz. Diese Scans liefern mir das beste Ausgangsmaterial, das ich mir wünschen kann, für ein neues, atemberaubend schönes Art Wrap Design.

In diesem Sinne: Herzlichen Dank an HQS

HQS High Quality Scanning
Patrizia, 02.02.2015
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